Wenn Marion eine Reise tut.....

Oh wie lange hatte ich mich auf diesen Urlaub gefreut. Der letzte lag schon wieder ein Jahr zurück und Erholung konnte ich nun wirklich brauchen. So wurde dann kurzerhand das Internet nach einem preiswerten Angebot durchforstet und ich wurde auch schnell fündig. Nun brauchte nur noch Annette informiert werden und damit einverstanden sein. Sie war.

Also buchte ich schnell, schließlich wollte ich diese gute Gelegenheit nicht ungenutzt verstreichen lassen. Unsere Reise stand fest, es ging für zwei Wochen in die Türkei, nach Kiris bei Kemer in ein 5*-Hotel all inclusive. Bis jetzt hatte ich noch nie alles inklusive gebucht, weil man da ja schon von den ständig sich im Vollrausch befindlichen Artgenossen einiges gesehen hatte. Dazu wollte ich nie gehören, aber in Anbetracht des Preises konnten wir nicht widerstehen.

Das kleine Fischerstädtchen Kemer ist das touristische Zentrum der Region und liegt ca. 40 km südwestlich von Antalya, am Rande des dichtbewaldeten Taurus-Gebirges. Die Strände sind kieselig mit sandigen Abschnitten (teilweise aufgeschüttet). Das kristallklare Meer erreichen Sie bequem über Badestege. Ein Paradies für Taucher und Wassersportler. Im gepflegten Ort befindet sich der Yachthafen, Restaurants, Bars, Geschäfte und abendliche Unterhaltung für jeden Geschmack. Die Transferzeit beträgt ca. 70 Min.

Dann stand plötzlich der Kriegsbeginn mit dem Irak fest und der sollte just an unserem Abflugstag sein. Von nun an wurde mein Urlaub nur noch mit den besten Wünschen von meinem Freundeskreis kommentiert und ob ich denn nicht zurücktreten könne. Kurzes Telefonat mit Annette, die auch langsam kalte Füße kriegte, beim Reisebüro versicherte man mir, dass wir umbuchen könnten, aber nur in ein 3* Hotel nach Mallorca. 

Nachdem wir eine Nacht drüber geschlafen hatten, entschieden wir das Wagnis -trotz herannahenden Krieges- eingehen zu wollen. Frühmorgens um 6:30 Uhr ging es los. Sohnemann fuhr uns zum Flughafen, der gefürchtete Berufsverkehr blieb aus und so hatten wir noch die Zeit, nach dem Einchecken in Ruhe zu frühstücken. Leider passte nicht mehr alles in den Koffer und so trugen wir die Schuhe und Kosmetikartikel mit diversen Fläschchen und Döschen im Handgepäck durch die Gegend. Natürlich statteten wir dem Duty Free Shop auch noch einen Besuch ab und bezahlten in weiser Voraussicht mit Karte. Planmäßig hob unser Flieger in Richtung Türkei ab. Der Druck auf die Ohren wurde mit einem Bonbon gedämmt und auf das angebotene Frühstück verzichteten wir. Während des Fluges waren auch keine Kampfflieger in Sicht und so genossen wir den Flug eingepfercht auf unseren engen Sitzen.

Im Flugzeug wurden wir über die Wetterverhältnisse aufgeklärt, die leider nicht rosig waren, denn wir sollten mit Regen empfangen werden. Der war aber schon vorbei, als wir endlich landeten und sich in unseren verknoteten Beinen langsam wieder die Blutzirkulation rührte.

Nach problemlosen Transfer zum Hotel suchten wir erschöpft, mit völlig verkratzten Koffern, (die Türken schienen keine Transportbänder zu besitzen und hatten sie wohl über den Boden geschleift) unser Zimmer auf. Wir hatten Glück und ein wunderschönes sauberes geräumiges Zimmer mit Balkon bekommen. Vom Balkon aus hatten wir einen schönen Ausblick auf die Anlage und das Meer und zur Rechten befand sich unser Schneeberg. 

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Das Wetter meinte es auch gut mit uns, so dass wir uns jeden Tag ein wenig sonnen konnten, obwohl ein lausig kalter Wind wehte. Wir suchten uns halt ein Plätzchen im Windschatten  und schleppten unseren diversen Utensilien, wie Handtücher, Socken, Pullover, lange Hose, Sonnenmilch und die unvermeidlichen Bücher in unsere lauschige Ecke. Es gab Platz ohne Ende, da die Saison noch nicht richtig angefangen hatte, und die unangenehmen Zeitgenossen, die immer mit ihren Handtüchern die Liegen frühmorgens reservierten,  nach anfänglichen Versuchen letztlich diese Unsitte doch einstellten.

Unser Sonnenbaden hätte so gemütlich sein können, wären da nicht immer die Essenszeiten gewesen. Es sah also so aus. Wir standen gegen 8:30 auf, damit wir um 9:15 Uhr frühstücken konnten, ich wurde jeden Morgen locker ohne Wecker wach. Annette brauchte das nicht, ich meine wach zu werden, denn sie hatte meinen Exklusiv-Service. Sie schlief abends erst gar nicht ein und gegen Morgen, wenn sie dann richtig müde war, nahm ich meine Tätigkeit des Schnarchens auf und das obwohl ich auf dem Bauch schlafe. So konnte die Arme überhaupt nicht richtig schlafen, weil sie durch meine stakkatoartigen Schnauber immer wieder hoch schreckte.

Also stärkten wir uns erst mal am Frühstücksbuffet und nahmen gegen 11:00 Uhr unsere Liegen in Besitz. Von 12:00 bis 14:00 Uhr galt es das Mittagessen einzunehmen. Zwar nahmen wir uns jeden Tag vor, nur ein wenig Salat zu essen, aber dem Gang am warmen Buffet vorbei, widerstanden wir in der ganzen Zeit nur einmal. Nach dieser Stärkung sanken wir mit gefülltem Bauch wieder auf unsere Liegen. Pünktlich um 16:00 Uhr kamen dann meist auch die Wolken, so dass wir rasch noch zu Kaffe und Kuchen eilen konnten. Ein halbes Stündchen später erkundeten wir dann die Gegend oder brachen zum Shopping auf, denn nun kam die längste Durststrecke, wir mussten bis 19:00 Uhr aushalten, bevor wir die eventuell aufkeimenden Hungergefühle sofort wieder am reichhaltigen kalten + warmen und süßem Buffet befriedigen konnten. Kleiner Kuchen gefällig?

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Hätte uns dann noch je solch ein Geräusch wie Magengrummeln heimgesucht, wäre da noch die Mitternachtssuppe um 0:00 Uhr gewesen. Keine Angst............., diese nächtliche Sünde haben wir standhaft ausgelassen.

In der Folgezeit zeigte sich, dass es immer mehr Essen für immer weniger Gäste gab, denn viele Urlauber hatten ihre Reise erst gar nicht wegen der unsicheren Verhältnisse angetreten. So waren in diesem Hotel, dass normalerweise bis zu 4000 Gäste beherbergte mal gerade 160 Leutchen und wir hatten Platz ohne Ende.

Noch einmal zum Thema Shopping; wenn wir Beiden loszogen, schienen wir eine willkommene Abwechslung im tristen Leben der diversen Verkäufer zu sein. Hartnäckig versuchten wir die Zurufe wie: "Ich hab' da mal eine Frage", oder "Hallo, woher kommen Sie?" noch abwechslungsreicher "Bitte, komm gucken, habe schöne Teppiche" und "Wie geht's? Trinken mit mir einen Apfeltee?" Ganz Gewiefte hatten sich mit der Warenkunde des vermeintlichen Herkunftsland beschäftigt, und benutzten diesen Verkaufsmagnet: "Alles billiger als bei Aldi." 

Egal, wie freundlich wir reagierten, ob wir antworteten, dass wir keinen Teppich brauchten, oder dass wir auch die Auslagen von draußen sehen könnten, oder auch nur vorbeigehen wollten, es kamen so Kommentare, wie: "Warum bist du so unfreundlich, du sollst doch nur gucken" und andere, wenig nettere. Wehe, wir verweilten kurz vor einem Schaufenster, schon scharten sich binnen kürzester Zeit drei bis vier Verkäufer um uns, auch die von den benachbarten Geschäften, um uns zu ihren Läden zu ziehen. Die Konsequenz, wir gingen entweder auf der Straße oder auf der anderen Straßenseite, was sich eigentlich weniger zum Shoppen eignete, denn solche Argusaugen hat man in meinem Alter auch nicht mehr. Auf jeden Fall lohnte es sich zu handeln, obwohl das unserer Mentalität überhaupt nicht entsprach, denn man hatte anfangs kein Gefühl dafür, wo man mit dem Preis ansetzen sollte. Es zeigte sich in der Folgezeit, dass man gut beraten war, bei einem Viertel des Preises zu beginnen, um sich letztlich auf ein Drittel des Preises zu einigen. Trotzdem war man stets unsicher, ob man nicht doch übers Ohr gehauen worden war, denn die Preisunterschiede waren von Laden zu Laden und von Stadt zu Stadt gewaltig.

Nach solchen Einkaufsaktionen waren wir meist geschafft, aber auch oft glücklich über einen Schnäppchenkauf. 

Nach einer Woche mussten wir dann noch einmal umziehen und zwar ins Haupthaus, dort bestanden wir aber als Entschädigung auf ein Zimmer in der obersten Etage. Wir waren die Einzigen dort oben und hatten den gläsernen Aufzug mit Aussicht für uns ganz alleine, wenn's nach oben ging. Wollt ihr auch mal runter gucken?

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Da ich schon einiges in der Türkei gesehen habe, verzichteten wir dieses Mal auf die Ausflüge. Lediglich zu einer Jeepsafari ins Taurusgebirge hatten wir uns angemeldet, und zwar zur Hälfte des Preises, der im Hotel für die Tour verlangt wurde. Wir besuchten einheimische Familien, tranken Tee ohne Ende und wurden als krönenden Höhepunkt zum Forellenessen (im Reisepreis einbegriffen) eingeladen. Die Forelle blieb mir im Halse stecken als ich in die bettelnden Augen eines Hundes sah, der die Forelle besser vertragen konnte als ich. So sammelte ich auf dem Tisch die Reste und fütterte das arme Tier, das selbst Brot  völlig ausgehungert fraß. Zur Sicherheit steckte ich mir noch Brot ein, Forelle hätte sich auch schlecht in meiner Jackentasche gemacht. Es dauerte auch nicht lange, bis ich meine Schätze unterwegs verteilen konnte.

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Unser Jeepfahrer Seci wurde auch zusehends zutraulicher und versuchte Annette zu animieren, doch mal ein wenig zu fahren, damit er sich zu mir auf den Rücksitz setzen konnte. Sie konnte der Versuchung fast nicht widerstehen, aber meine warnenden Blicke, die Blitze schossen, hielten sie doch -zwar leicht bedauernd- davon ab. Dieser Knabe fragte mich doch allen Ernstes, nach 3 Stunden Fahrt, ob ich ihn nicht heiraten wolle? Ich antwortete ihm lachend, dass dies nun etwas plötzlich käme und ob ich es mir noch ein wenig überlegen könnte? Von da an, hatte ich einen Stress, mich möglichst nie bei unseren Erkundungen in seiner Nähe aufzuhalten, um nicht unfreundlich werden zu müssen. Jedenfalls wollte er uns zum Schluss nicht einfach so verabschieden und lud uns zu einer privaten Tour in den nächsten Tagen zum olympischen Feuer ein. Annette war Feuer und Flamme und wollte doch gerne die kleinen Flammen, die aus dem Boden schossen, sehen.  

Gott sei Dank mussten wir just an dem Abend, als er anrufen wollte, unser altes Zimmer räumen, und waren für ihn nicht erreichbar. Die Folge war, dass wir nun nicht mehr auf der Straße nach Kiris gehen konnten, denn dort hätten wir an dem Geschäft vorbei gemusst. Statt dessen wählten wir nun den Weg über den Strand, der sehr steinig, ausgesprochen windig  und entschieden mühseliger, weil länger war.

Wir haben in unserem Hotel viele nette Leute kennen gelernt und viel gelacht. Die Aufmerksamkeit der Animateure und auch der Kellner für unsere Person war schon schmeichelhaft, wo sich hier noch kaum ein Aas auf der Straße nach einem umdreht.

Damit Ihr nun nicht denkt, dass wir nur gegessen haben, kommen hier noch meine Landschaftsbilder, die ich bei Ausflügen nach Antalya teilweise auch aus dem Bus heraus fotografiert habe.

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Am meisten haben mich aber die Blumen fasziniert, die ich auf der nächsten Seite zeige, damit sich nachher die Seite auch noch hoch lädt.