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Hier möchte ich meine beiden Stubentiger vorstellen, die natürlich keine Äpfel mögen.
 
Nicki

Nicki ist inzwischen eine alte Dame von 18-20 Jahren. Wieso ich das nicht genau weiß? Sie kam zu uns, als sie ca. 2 Jahre alt war (Schätzung der Tierärztin). Nicki wohnte mit einem Papagei und einem Hund, sowie einem Herrchen zusammen. Dem Herrchen wurde eines Tages im Winter der Strom abgestellt, so dass er sich auf die Socken machte und seine Tiere alleine zurückließ. Die Nachbarn im Haus brachen die Türe auf und retteten die drei, so bekamen wir Familienzuwachs. Anfangs verbreitete Nicki nicht gerade die feinste Duftnote, weshalb sich erst mal jeder vor ihren Zärtlichkeiten rettete. Nach einigen Behandlungen mit dem Waschlappen wurde es zunehmend besser und somit die Auswahl ihrer Kuschelplätze auch größer.

Nicki ist sehr pflegeleicht und immer gut gelaunt, solange sie ihr Fressen  und am liebsten etwas vom Tisch zu essen bekommt. Ihre Leidenschaft gilt Suppen und Soßen. Ihr Spieltrieb ist nicht stark ausgeprägt, aber das heißt nicht, dass sie nicht ab und zu ihre 5 Minuten kriegt und wie eine Verrückte durch die Wohnung flitzt, scheinbar von unsichtbaren Feinden gejagt. Für regelmäßige Bewegung sorgt auch unsere Kleine, die sie ab und zu flott macht, indem sie dann übermutig über sie hinweg springt und ihr im Flug oft noch einen aufmunternden Klaps auf das Hinterteil versetzt. Deshalb ist ihr Lieblingsplatz ein von mir präparierter Monitorkarton, der ein Fenster und eine Türe hat und mit Teppichboden ausgelegt ist. Hier ist sie vor den Attacken der Kleinen sicher und schläft in der größten Affenhitze in ihrem Karton auf dem Balkon. Nachts liebt sie es, in meinem Bett zu nächtigen. Ihren Lieblingsplatz nimmt sie dann auf meinen Oberschenkeln ein und dreht sich mit einer Engelsgeduld 100 mal in der Nacht mit mir. Nicki ist ausgesprochen gutmütig und geduldig, selbst beim Tierarzt fährt sie nicht aus der Haut. Das änderte sich nur einmal, als diese Gutmütigkeit scheinbar überstrapaziert wurde:

Das war der Tag als wir unsere kleine Putzi bekamen:


Da gebärdete sich unsere Nicki wie ein Wüstenlöwe und stieß Laute aus, die ich in meinem ganzen Leben noch nie gehört hatte. Es war ein Mittelding zwischen Fauchen und langgezogenem drohendem Klagemiauen. Das Drama war, dass unsere Kleine, auf einem Öhrchen nichts hört und somit den Feind gar nicht bemerkte, bzw. sich in die falsche Richtung drehte. Es gab dann solche Situationen, dass die Kleine unbekümmert unter der Fensterbank im Wohnzimmer alles in Augenschein nahm und Nicki auf derselben trohnte und nur auf eine  günstige Gelegenheit wartete,  den ungebetenen Gast in die Flucht zu schlagen. Dieses Verhalten veranlasste mich, mir eine Woche Urlaub zu nehmen, und mich ständig mit einer Wasserpistole bewaffnet durch die Räume zu bewegen. Heute weiß ich, dass die Beiden sich vielleicht auch ohne mein Wasserpistole angefreundet hätten, nur meine Nicki kam mir plötzlich so riesig und unberechenbar vor, dass ich meinte Putzi , schützen zu müssen. Liebe Katzenfreunde, ihr wisst, dass die zwei das schon unter sich ausgemacht hätten.

Nun zu unserer Putzi:

Diese Wilde stammt von der Insel Kreta. Hätte mir einer vor meinem Urlaub gesagt, dass ich mit einer Katze wiederkäme, ich hätte ihn für verrückt erklärt. Und das kam so:

Da ich nur bei offenem Fenster bzw. Türe schlafen kann, hatten wir nachts Besuch bekommen, ohne dies zu merken. Morgens wollte ich mir ein T-Shirt aus einem Regal nehmen und wundere mich, was denn da für ein dunkler Fleck ist. Der Schreck fuhr mir in die Glieder, als der Fleck sich bewegte, und durch meinen Schrei zuckte nun auch das kleine Wollknäuel und guckte mich mit Riesenaugen an. Von da an wurde die Kleine regelmäßig gefüttert und kam abends auf Zuruf "Kritti", diesen Namen hatte ihr ein Ehepaar gegeben, das die Kretische Katze auch in ihr Herz geschlossen hatte. Sie waren nun froh, dass sie in Ruhe nach Hause fahren konnten, weil die Katze versorgt war.

Die Kleine kam jede Nacht, drehte aber vollends durch, als die Türe  plötzlich zuschlug und sie nicht mehr ´rauskam. Sie sprang wie eine Verrückte immer an der Gardine hoch und sobald man sich näherte, schwupps, war sie unter dem Bett und kam auch mit keinerlei noch so großen Verlockung wieder hervor.

Dann kam der Tag, als die Kleine verschwand. Wir waren schon vorgewarnt worden und gingen sofort zu dem vermeintlichen Geschäftsinhaber, dem die Katze  schon immer ein Dorn im Auge war, weil man sich mit ihr beschäftigte, statt in seine blöde Auslage mit Ikonen zu gucken. Dieser Knabe hatte unsere Kleine schon mehrfach eingesperrt (und hätte sie dann verhungern lassen?). Jedenfalls hatte dieser Mensch nicht damit gerechnet, dass wir ihn so  hartnäckig zur Rede stellten und ihm ein Ultimatum setzten bis wann die Katze wieder hätte da zu sein, sonst wären wir bei der Hoteldirektion. Ich gebe zu, dass wurde etwas dadurch verstärkt, dass mein Partner sich drohend vor ihm aufbaute *lol*.
Und siehe da, als wir vom Essen wiederkamen, wurden wir schon von der Kleinen hungrig begrüßt. Da stand unser Entschluss fest, die Katze musste mit.