Mal wieder eine Mammographie

Dieses Mal stand mir mein Frauenarzt so hartnäckig auf den Füßen, dass ich es nicht mehr länger herauszögern konnte:

“ Ich musste zur Mammographie“

 Ich ließ mir erst noch mal 2 Wochen Zeit, um endlich einen Termin festzumachen, aber dann war es soweit.

Wie immer, nassgeschwitzt vor lauter Stress, durchlief ich die Geräte. Bei der Mammo- als auch bei der Sonographie konnte man nichts feststellen. Ich gebe zu, ich war doch sehr erleichtert, zumindest bis zu dem Tag, an dem mich ein Bescheid meiner Frauenärztin erreichte. Eine Din A5 Notiz, auf der sinngemäß stand:

Bei o.g. Patientin ein auffälliger Befund, zum Ausschluss von Tumor wird Kernspintogramm empfohlen. An der Notiz befand sich ein kleiner Klebezettel, auf dem stand: „ Bitte der Krankenkasse zwecks Kostenübernahme vorlegen“. Keine Unterschrift! Keine Unterschrift?? Was sollte denn das? Mir war klar, man musste mich verwechselt haben, also flugs ein Anruf bei der Frauenärztin mit der Bitte um baldigen Rückruf (natürlich weihte ich die Sprechstundenhilfe ein, damit sie mich in meinem Ansinnen unterstützen konnte.)  Ich wartete eine Stunde, es klingelte nichts, bis auf die Klingel an der Haustür: ein Mitarbeiter vom Deutschen Roten Kreuz sammelte Geld (ich weiß nur nicht für wen?). Da der Mann sich unverschämt in meine Türe drängte  -er hatte wohl einen Kurs für erfolgreiche Vertreter absolviert-  bekam er keinen Pfennig von mir. Eine weitere Stunde verging, ich tröstete mich damit, dass die Ärztin erst noch meine Unterlagen studieren musste, meine Geduld (eine Tugend , die ich überhaupt nicht besitze) wurde auf eine harte Probe gestellt, denn die dritte Stunde verging, ohne dass mein von mir hypnotisiertes Telefon auch nur ein Geräusch von sich gab, d.h. es riefen nur Leute an, die ich im Moment nicht brauchen konnte und blitzschnell abwürgte, um den wichtigen Anruf ja nicht zu verpassen. Aber es tat sich nichts, überhaupt nichts. Ja das schlug ja wohl dem Fass den Boden aus. Nun war ich aber langsam in Rage und wurde aktiv. 

   Wutschnaubend rief ich die Nummer meiner Frauenärztin an, ließ mir besagte Sprechstundenhilfe nochmals geben und fragte sie nach dem Sachstand, ob die Ärztin von ihr überhaupt informiert wurde. Diese reizende Dame machte ihrem Berufsstand alle Ehre und gab mir die schnippische Auskunft, dass Frau Doktor auch noch anderes zu tun hätte (wer bin ich schon, ich lästiger Wurm). Aber nicht mit mir!!! Ich sagte ihr darauf folgendes: „Nun hören Sie mir mal gut zu, falls Frau Doktor in der nächsten halben Stunde nicht anruft, können Sie ihr ausrichten, dass ich die längste Zeit ihre Patientin gewesen bin, denn länger werde ich nicht mehr warten“

Ein kurzes Schnauben, und dann: „ich werde es ihr sagen“ es klickte in der Leitung. Inzwischen war ich auf 180 und wirklich auf dem Siedepunkt. Es dauerte keine 10  z e h n  Minuten und der Apparat klingelte! Frau Doktor gab sich tatsächlich die Ehre und ließ sich herab, mich zu kontaktieren. Ihr erster Satz lautete: “ich glaube, ich muss sie erst mal beruhigen“, womit sie nicht Unrecht hatte. In dem Gespräch erklärte sie mir reichlich unglaubwürdig, dass sie davon ausgegangen sei, dass ich bereits von der Radiologin aufgeklärt wurde (jeder weiß ja, dass dies natürlich die Aufgabe dieser Fachleute ist, die deshalb immer auf ihren Bericht an den überweisenden Arzt verweisen), also was soll das? Kurzes Hin und Her, tausendmaliges Entschuldigen, nur nicht aufregen, alles nur vorsorglich, aber bitte erledigen.

Natürlich musste ich diesen Wisch meiner Krankenkasse nicht einreichen, musste ich schließlich noch nie. 

Vorsorglich ließ ich nochmals sechs Wochen ins Land gehen, denn diese schweißtreibenden Angelegenheiten kann man sich nicht so schnell hintereinander antun. 

Das MR (so nennt man diese Untersuchung in Fachkreisen) wäre für „Nichtbauchlieger“ die reinste Tortur gewesen, aber Gott sei Dank nicht für mich, die ich von Babybeinen an daran gewöhnt war. 

Das Ganze dauerte 2  z w e i  !!! Stunden, ohne dass mir ein Ergebnis mitgeteilt werden konnte. Wieder mal war Warten angesagt. 

Vier Tage später, dann endlich der Befund. Sie hatten etwas entdeckt! Verrückt ist, welche Mischung der Gefühle plötzlich Purzelbäume schlagen: Erleichterung? Angst? Na wird schon nicht so schlimm sein. Also, nach reiflicher Überlegung schlug ich meiner Radiologin vor, doch noch mal ein halbes Jahr zu warten, und dann den Knoten erneut zu begutachten. Doch darauf ließ sie sich gar nicht ein, nein, der Knoten müsse raus und dies möglichst bald.

Na gut, dann muss man wohl der Vernunft gehorchen, ich erkundigte mich nach einem fähigen Spezialisten und vereinbarte einen Krankenhaustermin in zwei Wochen (schließlich konnte es so sehr nun auch nicht pressieren). 

Fortsetzung folgt........