Eine Klassenfahrt ist lustig

Trixi -eine Kollegin von mir- berichtete über die Karriere ihres Sohnes Kai (16Jahre) an der Realschule und das kam so:
Die Klasse sollte einen Ausflug nach Bad Godesberg machen. Vorher wurden die Eltern gefragt, wer Lust hätte als Begleitperson mitzufahren. Daraufhin meldeten sich bestimmt 10 Elternteile. Kurz bevor die Fahrt stattfinden sollte, wurden die Eltern aber von den Lehrern wieder ausgeladen und man beschloss nur mit 2 Lehrerinnen zu fahren. Zu der Klasse muss man sagen, dass sie eine Chaotenklasse durch und durch war, was aber allgemein und somit auch den Lehrkräften bekannt war. Also alles setzte sich in den Bus und schon ging es auf die Autobahn. Da beide Lehrerinnen vorne saßen, hatten sie das Geschehen hinten nicht im Blick (was natürlich dämlich war). Die 12 und 13 Jährigen hatten nämlich ein Schild beschrieben und zeigten es hinten durch die Rückscheibe auf dem stand:
"Hilfe! dieser Bus wird entführt!"
Wie es der Teufel will, fuhr hinter ihnen eine Zivilstreife, die sofort eine Ringfahndung auslösten.
Sie riefen beim Busunternehmen, in der Schule, in der Herberge an und ließen alle Ausfahrten sperren, weil sie nicht wussten, ob die Täter bewaffnet waren.
Der Bus wurde dann auf der Autobahn von Polizeifahrzeugen eingekreist und gestoppt. Die Lehrerinnen wussten gar nicht wie ihnen geschah. Der Rektor der Schule wollte, dass die gesamte Klasse auf der Stelle zurückfuhr, aber die Polizei legte noch mal ein gutes Wort für die Schüler ein, so dass sie bleiben konnten. Dieser Polizeieinsatz kostete später dann 45.000,-DM und dieses Ereignis hatte für soviel Wirbel gesorgt, dass es abends auch im Fernsehen zu sehen war. Aber das nur nebenbei, denn damit ist die Geschichte noch nicht zu Ende.
Die Schüler besuchten dann Museen und verbrachten einen lehrreichen Tag. Am nächsten Tag durften sie dann noch durch die Stadt bummeln und sollten sich dann um 13:00 Uhr am Bahnhof treffen. Nun muss man zu diesem Bahnhof wissen, dass es sich da lediglich um ein Häuschen handelt und dass man sofort an den Gleisen steht, was durch eine Abschrägung zu den Gleisen noch begünstigt wird. Es kam wie es kommen musste; die dummen Blagen legten Groschen auf die Gleise um zu sehen wie platt diese nach der Überfahrt eines Zuges dann sind. Ein Mädchen konnte gerade noch vor dem herannahenden Zug vom Bahnhofspersonal von den Gleisen gerissen werden. Dem Zugführer war der Schreck daraufhin so in die Glieder gefahren, dass er ab der nächste Station nicht mehr in der Lage war, weiter zu fahren und ausgetauscht werden musste. Die Bahnhofspolizei wurde verständigt und den beiden Lehrerinnen, die auch endlich auf dem Bahnsteig erschienen, angedroht, dass dies eine Strafe nach sich ziehen würde (weitere 25.000DM). 
So wurde dann -zu Hause angekommen-, die gesamte Elternschaft zusammen getrommelt und die Lehrerinnen klagten ihr Leid, mit welchen Schülern sie sich `rum schlagen müssten, und baten nun um Vorschläge, wie man die 70.000 DM nun bezahlen könnte? Da keines der Kinder im strafmündigen Alter war, sollten nun die Eltern zahlen.
Keiner meldete sich, bis auf Kais Vater.
Er sagte, dass er nicht verstehen könne, wieso beide Lehrerinnen im Bus vorne gesessen hätten, denn hätten sie sich aufgeteilt, wäre das mit der Polizei schon mal nicht passiert. Weiterhin könne er nicht begreifen, dass man sich mit den Kindern nicht in der Stadt an einer Eisdiele oder sonst wo verabredet hätte. Er würde auch Jugendliche betreuen und käme nicht auf die Idee, als Treffpunkt einen Platz 2 Meter neben einem Abgrund zu wählen. Die Lehrerinnen waren daraufhin sehr entrüstet, da sie auf Verständnis gehofft hatten. Und so endete die Karriere des armen Kai und er schrieb fortan bei seiner Klassenlehrerin nur noch fünfen, obwohl er sich an diesen Streichen überhaupt nicht beteiligt hatte. Das arme Kind!!
Ich habe so herzhaft lachen müssen, da können ja wohl alle Beteiligten noch von Glück sagen, dass da nichts Schlimmeres passiert ist, oder? An dieser Geschichte sieht man mal wieder, wie sehr die Medien Anteil an bestimmten Geschehnissen haben, denn sie waren 100%ig Vorbild für diese Aktion.