Mein Katzentagebuch

30.08.

Nun will ich Euch aber erzählen, wieso mir heute noch der Schreck in den Gliedern sitzt. Letzten Sonntag sitze ich wie so oft an meinem PC und beantworte Mails. Plötzlich höre ich ein durchdringendes Katzengeschrei vom Balkon. Sofort habe ich meine Putzi in Verdacht und rufe ihren Namen bevor ich hochfahre. Im gleichen Augenblick wetzt sie in geduckter Haltung durch die Balkontüre, quert das Wohnzimmer und verschwindet in meinem Schlafzimmer im Bettkasten, und wurde von da an Stunden nicht mehr gesehen.

Ich renne also auf den Balkon und was sehe ich? Die kleine Tipsylotte hängt kopfüber in meinem Netz, dass zur Sicherheit über dem Geländer gespannt ist, und dreht sich in ihrer Panik wie wild, ständig um die eigene Achse. Dabei stößt sie markerschütternde Schreie aus, weil sich ihr Hinterfüßchen mit einer Kralle in dem Netz verfangen hat und diese Perlonschnur sich durch ihr Drehen immer fester um das Pfötchen wickelt. Außerdem schlägt sie ständig mit dem Kopf gegen den Kratzbaum bei ihren Loopings.

Nun stehe ich also da, das zitternde Häufchen Elend auf meinem Arm, was sich vor lauter Angst kräftig in meine Schulter verkrallt, und versuche klopfenden Herzens, die Kralle aus dem Netz zu befreien. Egal, was ich mache, ich schaffe es nicht. Die Kleine zerkratzt mir angstvoll die Hände und die Arme. Ich werde richtig wütend auf mich, weil ich zu blöd bin, das arme Tierchen zu befreien. Dann kommt das Schlimmste. Ich muss sie wieder in ihrer missliche Lage mit dem Kopf nach unten hängen lassen, um endlich eine Schere zu holen mit der ich das Netz zerschneiden kann. Mein ganzer Körper bebt innerlich, weil ich immer diese Schreie im Ohr habe. Fast falle ich vor lauter Eile über meine Füße und bemühe mich, sie schnell mit einem Schnitt zu befreien.

Danach saust die Kleine zwar leicht humpelnd, aber doch erleichtert, ab in Richtung Schrank. Und was mache ich?

Ich sinke völlig erschöpft auf die Couch und heule, tue mir selbst leid, heule und das Bibbern in meinem Körper wird langsam schwächer. Wenn jetzt einer denkt, wie übertrieben, dem kann ich nur sagen: "Es war noch schlimmer!"

So ist es immer, wenn ich hilflos vor dem Elend anderer stehe und nicht sofort helfen kann, aber das, das ist jetzt ein anderes Thema.

Kämpfchen: 

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Erst beißt Tiger mal Tipsylotte

 

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Dann hat sie aber sein Ohr zwischen

 

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kurze Verschnaufpause vor dem nächsten Angriff

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aber trotzdem immer eng umschlungen

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Das schwächste Glied liegt unten. Tiger hat mal wieder seine Position behauptet und die Kleine kriegt dafür ihr Fett ab. Ungerechte Welt.......

Schlafphasen:

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völlig entspannt

 

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Putzi findet nun Gefallen an den  Schlafstätten der Kleinen

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weiches warmes Plätzchen

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schon wieder eine Eroberung

Spielchen: 

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Ansonsten machen mir die drei  sehr viel Freude. Zwar verpennen sie echt zweidrittel des Tages, aber wehe sie sind einmal wach, dann haben sie nur Blödsinn im Kopf. Inzwischen kann ich viele Dinge, die ich plötzlich vermisse unter der Couch wieder finden. Ja und dann war da mein Geburtstag. Wie so üblich bekommt man an einem solchen Tag auch schon mal Blumensträuße geschenkt. Ich hatte derer drei. Von Sonnenblumen über Rosen, jeder für sich wunderschön. Nur wohin stellen? Die drei zeigten höchstes Interesse an dem Grün und versuchten immer wieder, etwas aus den Sträußen herauszurupfen. Also stellte ich sie alle möglichst hoch, einen auf die Stereoanlage, auf dem Fernseher wurde einer positioniert und einen wollte ich doch wenigstens auf dem Couchtisch stehen haben. Das erwies sich als Fehler. Die kleine Tipsylotte kroch solange unter dem Strauß durch bis er endlich samt Vase auf dem Teppichboden lag. Da war nun erst mal Trockenlegen meines Bodens angesagt. Jedoch war das Interesse für die grüne Pracht ungebrochen und so könnt ihr Euch schon denken, was folgte. Auch der Strauß auf der Stereoanlage hatte es schnell hinter sich. Das Wasser ergoss sich über meine diversen Telefonbücher und die nächsten Handtücher wurden auf dem Boden ausgebreitet. Nun habe ich doch tatsächlich meine schönen Blumensträuße im und auf dem  Bücherregal stehen, weil diese Bretter zu schmal sind, dass sie sich darauf bewegen könnten. Zwar wurden schon etliche Versuche gestartet und dabei auch ordentlich Bücher aus dem Regal geräumt, aber bis zur letzten Etage sind sie denn doch noch nicht vorgedrungen. 

Inzwischen haben sie auch den Bogen beim Fressen raus und sind dort sehr wählerisch geworden. Fisch ist eine Delikatesse für sie und wird in jeder Variante vertilgt. Unser Tiger Lucky ist nach wie vor sehr an rohen Kartoffeln und Möhren interessiert und schleppt diese stundenlang durch die Wohnung. Überhaupt ist er der Boss im Haus. Ich kann es nicht fassen, dass sich meine Putzi das gefallen lässt. Sobald sie etwas zu Fressen bekommt, lässt er glatt seinen Teller stehen und kriecht  unter ihrem Bauch durch, um sich erst mal ihres einzuverleiben, was die Dumme sich doch glatt gefallen lässt.

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August

Juli

Juni

 

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