Hundeleben

Folgende Situation:
Ich stehe mit meinem Auto in einer Schlange vor einer roten Ampel. Rundum braust der Verkehr. Passanten eilen geschäftig über die Straße.
Auf der gegenüberliegenden Seite fällt mir eine Dackel/Terriermischung auf, die ihr Frauchen - eine ältere Dame, die sich mit einem Herrn im Gespräch befindet - über den Zebrastreifen zerrt.
Der Hund, dessen Beinchen sehr kurz sind, weshalb sein Bauch dem Asphalt sehr nahe ist, hat sich an die Fersen zweier vor ihm gehender junger Männer geheftet. Die beiden, dem äußeren Anschein nach Geschäftsleute oder Anzugmenschen, debattieren eifrig und kriegen von ihrer Verfolgung absolut nichts mit.
Die ältere Dame hat eine Hundeleine, die dem Tier eine gewisse Bewegungsfreiheit lässt, sich aber nach einer bestimmten Distanz festzurrt, zum Leidwesen unseres kleinen Verfolgers.
Das Ende der Leine ist nämlich plötzlich erreicht, da Frauchen, mitsamt Begleitung entzückt einen alten Bauernschrank im Schaufenster eines Möbelgeschäftes wahrnimmt und abrupt stehen bleibt.
Unser Kleiner kann es nicht glauben, endlich ist er dem Ziel seiner Wünsche so nah, kann den so anregenden Duft vor ihm fast fassen und dann kein Fortkommen mehr.
Keiner der Beteiligten nimmt auch nur einen Bruchteil der Not dieses kleinen Hundelebens wahr. Aber unsere Dackelmischung will sich damit nicht abfinden. Er legt sich flach auf den Bauch und versucht immer wieder, indem er sich mit den kleinen Hinterbeinchen abstößt, ein Stückchen vorzurobben. Doch egal wie groß seine Anstrengungen auch sind, er kommt nur Zentimeterweise voran, da Frauchen sich einfach von diesem blöden Schrank nicht ablenken lässt. Immer wieder wirft er sich mit seinem Bauch auf das Trottoir und krallt dann wie ein Wahnsinniger seine Hinterpfötchen in das Pflaster, um ein Stückchen dem Objekt seiner Begierde näher zu kommen. Aber er hat keine Chance, die Leine ist arretiert und kein Fortkommen mehr möglich. Zum letzten Mal unternimmt er einen Kraftakt und stemmt sich nun mit allen Vieren vorwärts, aber da geschieht es:
- die Ampel springt auf Grün - und die beiden Herren entschwinden über den Zebrastreifen aus seinem Leben. Entmutigt lässt sich der Kleine nun vollends auf den Bauch fallen. Vor lauter Lachen verpasse ich völlig, dass ich längst losfahren muss und ernte nur verständnislose Blicke, wie man bei soviel Dummheit auch noch so herzerfrischend lachen kann.
da war doch noch was ........
Der Russe
Fünf Minuten weitergefahren, erklärt die Sprecherin im Radio die Not eines Russen, der so groß ist - wie groß habe ich leider nicht mitgekriegt -, dass er in kein Auto, Flugzeug, Aufzug oder Bett passt. Dieser junge Mann ist nun nach Deutschland gekommen um sich ein Paar Schuhe fertigen zu lassen. Er hat sage und schreibe die Schuhgröße 63, worauf der Schuhmacher erklärte, dass er einen Kunden habe, der sogar Nr. 68 brauchte. Die Schuhe seien dann 46 cm groß und würden von der Hacke bis zur Spitze 50 cm messen. Worauf die Rundfunkredakteurin trocken meinte, na dann hat er wenigstens keine Probleme beim Skifahren, da spart er ja dann die Schuhe mitsamt den Skiern.