Tierliebe

Heute musste ich mich mal wieder über die "Tierliebe" manch eines Zeitgenossen ärgern. 
Es bringt mich nichts mehr auf die Palme, als Hundebesitzer, die ihre Macht an ihren Hunden auslassen. Diese "armen" Würstchen müssen durch solche Machtproben ihr "ego" aufpolieren, echt zum ko.........
Diese Heinis zerren dann an der Leine um ihren Hund in irgendeine bestimmte Position zu bringen oder noch schlimmer sie schlagen mit der Leine. Einem dieser Knaben habe ich schon mal Bescheid gesagt, dass so etwas wie er, gar kein Tier verdient hätte, weil jedes Tier mehr Klasse als er besitzen würde. Daraufhin kam er drohend auf mich zu und -ich bin zwar mutig, aber nicht lebensmüde- ich habe daraufhin blitzschnell das Weite gesucht, aber nicht ohne ihm aus meinem Auto noch ein paar bekräftigende Worte hinter her geworfen zu haben.
Die Menschen schaffen sich ja aus den unterschiedlichsten Gründen Tiere an. 

  • Die einen, weil sie einsam sind, oder keine Kinder haben, bzw. nicht mehr haben. Da wird dann der Hundebesitzer zu Mama oder Papa und der Hund ist halt das Kind. Diese Tiere habe es letztlich gut, obwohl sie nicht immer sehr artgerecht gehalten werden, weil sie schon fast am Tisch mitessen dürfen und ihren Platz im Sessel beanspruchen. Klar ist auch, dass sie sich nicht aus Mutters oder Vaters Bett vertreiben lassen. Oft sind sie ein wenig übergewichtig, aber es geht ihnen besser als im Tierheim, weil sie mit Liebe überschüttet werden und nicht nur mit der.
  • Dann sind da noch die, die einen Hund gerade wegen der Kinder anschaffen, weil die mit Tieren groß werden sollen, oder sich ein Tier so sehr wünschen. Diese Tiere haben Glück, wenn Mutter auch tierlieb ist, denn meist verlieren die Kinder sehr rasch ihr Interesse am Neuen. Dann ist die Initiative vom Erwachsenen gefordert, der dann mit "Strolch" bei Wind und Wetter Gassi geht. Leider landen diese Tiere sehr oft - meist mit den fadenscheinigsten Gründen- wieder beim Züchter oder im Tierheim.
  • Und es gibt auch die, die sich einfach gefühlsmäßig leiten lassen, weil solch ein Tier ach so süß ist. Aber wehe solch ein Tier macht Schwierigkeiten, indem es nicht schnell genug stubenrein ist, oder gar seinen normalen Instinkten nachgeht und eventuell zu laut bellt, bzw. zu sehr den guten Teppich mit seinen Haaren verflust dann ist guter Rat teuer. Noch schlimmer ist dann aber, wenn die Ferienzeit kommt und man kein Geld hat solch ein Tier in eine Hundepension zu geben. Na, da setzt man es doch einfach aus. Ganz "Humane" binden solch einen Hund noch in der Nähe eines Tierheims an, weil ihnen noch nicht alle Gehirnzellen abhanden gekommen sind. Über die, die ihre Tiere dann an oder auf der Autobahn aussetzen, möchte ich mich nicht weiter auslassen, denn das könnte heftig werden.
  • Weitere Kandidaten für Tierliebe sind die eingangs Beschriebenen, die ein Tier -meist Kampfhunde- als Waffe oder Abschreckung benutzen, auf jeden Fall immer um sich selbst zu erhöhen, weil da halt nicht viel ist. Diese Tiere müssen das nicht vorhandene Image des Herrchen auf Hochglanz bringen. Ihr Alibi ist: "Das Tier ist ein Wachhund." Fragt sich nur, wen das Tier bewachen muss.
    Ach ja und dann noch die Tierhalter von: "Hast 'de mal 'ne Mark? sorry Euro?" Sie laufen mit ganzen Rudeln von Schäferhunden und anderen Rassen in den Fußgängerzonen herum, weil sich betteln damit sehr erleichtern lässt. Mein weiches Herz äußert sich dann nur noch im Wurstkauf für die Tiere, denn Geld wird doch nur für Zigaretten und Alkohol umgesetzt. Die Krönung war letztens bei einem Stadtfest in einer Großstadt, da saß Frauchen, obwohl es schon relativ dunkel war, mitten im Fußgängerstrom mit ihren schlafenden Hunden, und es war nur einen Frage der Zeit bis der erste Fußgänger einem Tier auf die Pfoten trat. Hier habe ich es versäumt dem Mädchen mal Meinung zu sagen. Zu meiner Entschuldigung sei gesagt, ich war auch nicht alleine und nur zu Besuch.

So warum erzähle ich das alles, ja weil ich mich heute halt wieder über so eine Pappnase ärgern musste, die ihr Tier aus den oben beschriebenen Gründen 2-4 angeschafft hat.

Das sind nämlich folgende Artgenossen:
Da solch ein Tier ja Auslauf braucht, und Herrchen oder Frauchen aber etwas bequem sind, kommt man auf die glorreiche Idee, sich einfach auf's Rad zu schwingen. Das wäre noch nicht weiter schlimm, wenn sie nicht ihren armen Hund mitschleifen würden.

Man stelle sich vor, bei sengender Hitze läuft dann dieses arme Tier mit weit heraushängender Zunge hinter dem Rad her, weil's Herrchen oder Frauchen auch 'was warm ist, tritt man natürlich ordentlich in die Pedale. Der Hund versucht immer wieder etwas seitlich auszubrechen, um vielleicht doch noch etwas zu schnüffeln, aber nein, da kennt unser Radfahrer kein Pardon und zieht das Tierchen kräftig mit sich. Bei solchen Gelegenheiten würde ich den oder die Radfahrerin am liebsten vom Rad schubsen und auch mal an der Leine laufen lassen. Ganz besonders einfühlsam sind ja die Hartgesottenen, deren Tiere direkt auf der Straße mitlaufen müssen, die dann bei jedem vorbeifahrenden Auto das große Zittern kriegen.

Diese Menschen merken nichts mehr! Weder, dass die Hitze oder Schwüle ihr armes Haustier schon fast in die Nähe eines Kollaps bringt, noch, dass das für das Tier überhaupt kein Vergnügen darstellt. Sie haben noch nie etwas davon gehört, dass auch Hunde "Zeitung lesen" Duftspuren aufnehmen und ihre eigenen oft bis zu 20mal -es sind meist nur noch Tropfen- hinterlassen müssen. Diese Spaziergänge sind auch für Menschen wertvoll, weil sie frische Luft schnappen können (natürlich nicht an der Autobahn oder Schnellstraße) immer nette Leute kennen lernen und mit einem dankbaren Hundeblick zu Hause belohnt werden.

Bitte versteht mich richtig, es gibt bestimmt Hunde, die viel Auslauf brauchen und die sich über eine zusätzliche Tour mit dem Rad freuen. Dies sollte aber nicht bei einer Affenhitze geschehen, ist außerdem bestimmt nicht für jede Rasse gedacht, und der ideale Untergrund ist hundertprozentig nicht das Straßenpflaster. Schlimm finde ich es, wenn diese Fahrt ein Ersatz für den "normalen" Spaziergang sein soll.

Natürlich habe ich hier die richtigen Tierhalter nicht benannt, die sich Tiere aus dem Tierheim holen und artgerecht und liebevoll halten. Oder auch die, die sich Rassehunde kaufen und verantwortungs- und würdevoll mit ihren Tieren umgehen.

Zum Schluss nur noch, wenn wir schon so mit Tieren umgehen, wie gehen wir dann erst mit unseren Kindern um?????