Frauen an den Herd
 und Männer
an die Macht!

Ein Thema zu dem natürlich jeder etwas sagen kann, denn betroffen sind wir halt alle.
Wenn alles im Leben so einfach wäre, wie diese Rollenverteilung, wie schnell wären Probleme zu lösen? Doch wie sollten wir unsere Konsumwünsche mit einem Gehalt befriedigen?
War früher denn wirklich alles so viel besser? Auf jeden Fall habe ich es als Kind, als sehr positiv empfunden, kein Schlüsselkind zu sein. Wir hatten zwar nicht viel Geld, aber meine Mutter war zu Hause, wenn wir von der Schule kamen und wartete mit Essen auf uns. Wie oft haben wir noch andere Kinder mitgeschleppt, so dass meine Mutter -außer uns Vieren- noch andere hungrige Mäuler stopfen musste.

Diese Hausfrauenrolle war Luxus, denn außer Vaters bescheidenem Gehalt gab es keine andere Geldquelle, und Mutter zahlte einen hohen Preis dafür. Sie büßte ihre Unabhängigkeit ein und harrte in einer Ehe aus, in der weder sie, noch wir Kinder glücklich waren. Das aber nur am Rande, nun zu meinen Beweggründen.

Warum schreibe ich nun etwas zu diesem Thema? Also ich habe im Netz hierzu einiges auf privaten Homepages gelesen. Was mich ein wenig aufgeregt hat, ist die Ansicht einer Dame, die ich gar nicht akzeptieren kann und mich auf die Palme bringt. 
Um es kurz zusammen zu fassen:
Sie ist der Meinung, dass die Frauen in unserer Gesellschaft immer stärker geworden sind, unabhängiger und selbstbewusster. Dies sind für sie aber die typisch männlichen Eigenschaften, warum eigentlich? Auf jeden Fall entsteht der Konflikt vereinfacht dadurch, dass die Frauen halt ihrem Bild treu geblieben sind und den starken Partner zum Anlehnen und Aufschauen suchen. Ihre Lösung dieses Konflikts besteht nun darin, sich auf die typischen weiblichen Eigenschaften zurückzuziehen und wieder die Urfrau in sich zu finden, die nur Frau ist.
*Anmerkung: Na, das erinnert mich heute stark an das Eva-Prinzip obwohl zum Zeitpunkt der Diskussion, gab es das Buch noch gar nicht.

Also je mehr ich mich jetzt mit diesem Artikel beschäftige, umso wütender werde ich. Was ist das denn für eine Lösung, den Wissenden wieder unwissend zu machen, damit er in Ruhe weiterleben kann. Da kann ich doch nur sagen:" Zurück zur Steinzeit, da war die Rolle von Frau und Mann recht klar definiert.

Der Mann jagte und die Frau kümmerte sich um die Kinder und das Kochen (die Kirche kam erst später dazu)."

Wie wäre es denn mit dem Lösungsansatz:
Frau und Mann nähern sich mit ihrer Stärke auf einer partnerschaftlichen Ebene an. Starke Männer können das übrigens! Es geht nämlich nicht immer nur um Macht, zumindest nicht im Privatleben.

Nun kann man das Thema nicht über alle Bereiche mit dem gleichen Kamm scheren. Daher versuche ich hier meine Sichtweisen und meine Erfahrungen ein wenig aufzubröseln. Natürlich alles aus Sicht einer Frau:

Männer als Vorgesetzte im Beruf:

Solange Frau sich in der Reihe stehend verhält, nicht zu viele eigene Ideen und Verbesserungsvorschläge macht, alles kein Problem. Engagierte, fleißige Frauen werden so lange von ihren Chefs geschätzt, so lange die Hierarchie nicht angekratzt wird. Es fängt erst an heikel zu werden, wenn Frau auch bei höheren Vorgesetzten Anerkennung und Beachtung findet, wodurch sich langsam die Angst breit macht, dass Frau dem Chef, den Rang ablaufen könnte. Danach wird dann jeder eigene Gedanke im Keim erstickt. Immer nach dem Motto: Klein halten!
Positiv zu bemerken: das Kavalierverhalten dieser Männer.

Frau als Vorgesetzte im Beruf:
Ich könnte nun hier den kompletten Text kopieren, weil dies genauso für Frauen zutrifft. Da Frauen sich in Führungspositionen immer mehr als Männer behaupten müssen, lassen sie noch weniger Nebenbuhlerinnen zu. 
Meine Erfahrung besagt eigentlich, dass Männer eher für Frauen eine Schwäche haben, indem sie ihnen dieselbige zugestehen, während es bei Frauen genau andersherum ist. Die eigenen Geschlechtsgenossinnen werden entschieden kritischer gesehen, als die Vertreter des anderen Geschlechts. Frauen sind entschieden unerbittlicher als Männer, wenn es darum geht, klar zu machen, wer der Chef ist. Frauen verzeihen keine Fehler Gentleman-like und erwarten den gleichen Einsatz, den sie sich abverlangen. Ich spreche jetzt wirklich von der obersten Ebene in einem großen Unternehmen, wo es auch wirklich Konkurrenz gibt. Ich vergesse nie, mit welchem Ratschlag ich von meiner Chefin ausgestattet wurde, bevor sie mich in eine Besprechung entließ, die -bis auf meine Person- aus einer reinen Männerrunde bestand.

Ihr Ratschlag war, vermeiden Sie alle Ausdrücke, wie :

  • ich empfinde
  • ich fühle
  • ich glaube.

Klar die Ratiowelt der Männer kann mit intuitiven Äußerungen nichts anfangen. Fakten, Fakten, Fakten ...... Sie gab mir nur einfach ihre Strategie, des sich Behauptens und Überlebens weiter.
 

Männer als Kollegen:
Meine Erfahrungen sind äußerst positiv. Da ich einige Jahre in einem Männerressort gearbeitet habe, kann ich nur ihre Ritterlichkeit, ihre Hilfsbereitschaft und auch ihre Verschwiegenheit hervorheben. Das hörte schlagartig auf, als eine weitere Frau hinzukam. In Nullkommanichts gingen die kleinen Machtkämpfe los. Das Naturell von Frauen ist, sich möglichst einige Sympathiesanten zu sichern.

Frauen als Kolleginnen:
Frauen neigen dazu, sich immer als Rivalinnen (Eigenschaften, die man doch Männern zuspricht) zu erkennen, und sofort einige Leutchen zu ihrer Bestätigung auf ihre Seite zu ziehen. Dieses Phänomen kann man häufig beobachten. Frauen agieren meist in Gruppen und scharen erst mal Anhänger um sich bevor sie aktiv werden. Hier gibt es starke Unterschiede in der Aggressivität, wenn die Körpergröße eine Rolle spielt. Kleine Frauen und ich glaube auch kleine Chefmänner sind mit ihren Bosheiten recht erfinderisch, wenn es um Selbstbehauptung geht. Das Kranke ist nur, dass diese Selbstbehauptung bei den kleinsten Kleinigkeiten z.B. Blumen gießen anfängt. So hatte ich doch eine Kollegin, die eine Woche nicht mehr mit mir sprach, nur weil ich -neben meinen eigenen- auch die Blumen des Chefs gegossen hatte. Man stelle sich vor, ich hatte ihr selbst ernanntes Privileg verletzt. So etwas ist mir bei Männern nie passiert.

Männer als Freund:
Dieses Thema sehe ich vielleicht nicht richtig, aber ich habe nur folgendes erlebt.
In früheren Jahren, als ich noch jung und attraktiv war, war es immer so, dass zumindest von einer Seite, neben dem Freundschaftsfaktor auch ein sexuelles Interesse für den anderen bestand. Man gab sich jedoch mit dem zufrieden, was der andere bereit war zu geben. Damals hätte ich im Brustton der Überzeugung behauptet, dass es keine echte Freundschaft zwischen Männern und Frauen ohne sexuelles Interesse geben könnte. Heute sehe ich dies ein wenig anders. Ich denke mal, das Hauptproblem zur früheren Zeit war, dass man ein bestimmtes Rollenverhalten einnahm und mit sehr geschlechtsspezifischen Augen unterwegs war. Inzwischen habe ich auch zwei männliche Freunde, mit denen ich aber nur bestimmte Probleme erörtere, halt die, wo ich die Sichtweise eines Mannes verstehen möchte. Sie denken nüchterner und geradliniger mit wenig Umschweife und Emotionen. Die besten Freunde sind jedoch Homosexuelle. Hier habe ich alles vereint, sie können die Wesensart "Mann" verstehen und erklären, sie können toll zuhören und Ratschläge geben, man kann sich unbedenklich fallen lassen, da kein sexuelles Interesse besteht, sie verstehen die weibliche Seite, da sie auch sehr emotional veranlagt sind. 

Frau als Freundin:
Für mich gilt, dass dieses blinde Verstehen nur unter Frauen funktioniert. Frauenprobleme können meist auch nur von Frauen nachempfunden werden. Dies ist umso logischer, wenn man bedenkt, dass Frauen von ihrer Umwelt mehr wahrnehmen und entschieden flexibler reagieren. Sie verbindet die Intuition, oft auch das Bauchgefühl genannt, miteinander. Dadurch können sie sich aber auch viel besser und nachhaltiger kränken, schließlich wissen sie genau was weh tut. 
Ich habe festgestellt, dass mit einer Freundin meist keine Probleme auftreten, aber wehe man versucht mit zwei Freundinnen etwas zu unternehmen. Die Spannungen sind vorprogrammiert, weil immer eine versucht, die andere auf ihre Seite zu ziehen. So sind wir Frauen eben.

Mann und Frau in der Partnerschaft:
Anfangs klappt alles wie von selbst, ich glaube es gibt kein besseres Lebensgefühl, als mit einem Partner durch das Leben mit all seine Höhen und Tiefen zu streifen. Man versteht sich blind und jeder will für den anderen da sein. Doch dieses Gefühl hält nicht ewig und man muss stetig etwas für diese Liebe tun. Ich bin überzeugt, dass Gefühle über Jahre reizvoll und frisch gehalten werden können, wenn beide bereit sind, sich dieser Mühe zu unterwerfen. 
Doch oft lässt dieses Gleichgewicht der Gefühle im Laufe der Zeit nach und dadurch wird eine Seite, nämlich, die mit den geringeren Gefühlen, die Oberhand gewinnen. Dann entstehen auch in Partnerschaften die sogenannten Machtkämpfe, die sehr ungleich sind.
Frauen neigen dazu, die Verweigerung der Sexualität als Druckmittel einzusetzen, während Männer die familiären Verpflichtungen schleifen lassen. Sie sind dann meist nicht mehr bereit, sich zu bemühen und gemeinsame Dinge zu unternehmen. Das Ende vom Lied: "Man nutzt sich ab."
Vieles könnte man nun auf die Unterschiede von Mann und Frau beziehen, aber die sind nicht wirklich ein Problem, wenn beide sich gleich stark lieben und an der Partnerschaft festhalten wollen.

Fazit:
Ich denke es gibt keine besseren Frauen oder bessere Männer. Wir müssen lernen, mit dem bisherigen Ergebnis der langwierigen Gleichberechtigung endlich richtig umzugehen. Dieser Prozess ist ja immer noch nicht beendet, denn weder in der Politik noch in Führungspositionen, geschweige denn bei den Löhnen gibt es schon die absolute Gleichheit. Ich bin sicher wir kommen im Laufe der Zeit dort an.
Dann brauchen Frauen sich nicht immer und überall zu beweisen, genauso wie Männer lernen werden, mit weniger Macht oder Stärke, dafür aber partnerschaftlich miteinander umgehen zu können. Keiner sollte das Interesse haben, den anderen platt zu walzen oder klein zu halten.
Es ist nicht so, dass die Männer heutzutage schwächer werden, sondern die Frauen werden stärker als früher. Daher wird es durch die Angleichung der Kräfte mit dem Aufschauen auch ein wenig schwieriger. Aber gemeinschaftlich gelöste Probleme werden auch von beiden Partnern getragen und ob wir's zugeben wollen oder nicht, die starke Schulter zum Anlehnen hat der Mann doch noch, oder?
Beim Schreiben habe ich gemerkt wie umfangreich dieses Thema ist, und stelle fest, dass ich auch nur einige wenige Aspekte beleuchtet habe. Es wird heftige Unterschiede geben, je nachdem in welchem Lebensalter man sich befindet, in welcher sozialen Schicht man lebt oder arbeitet, oder auch ob man gut betucht lebt oder nicht.
Ich habe meine Erfahrungen beschrieben. Wie immer im Leben gibt es auch hier Ausnahmen, die sich bitte durch meine Verallgemeinerungen nicht angegriffen fühlen sollten. Ich habe sie nicht kennen gelernt und als zweite Entschuldigung, schreibe ich alle weiteren Verfehlungen meinem grippekranken Kopf zu.