Vom Fischer und seiner Frau

Keine Angst, ich fange jetzt nicht an Märchen zu erzählen, dass heißt, nur ein kleines bisschen, denn sonst versteht man die Geschichte nicht.

Mein Sohn sah so im Alter von 5 Jahren im Fernsehen (richtig, das gab es damals auch schon :o) ) das Märchen vom Fischer und seiner Frau. Für die, die keine Ahnung haben wovon ich spreche, schildere ich kurz den Inhalt und für die anderen ist es halt ein wenig Wiederholung, kann ja nicht schaden.*lol*  
Das Märchen handelt von einem Fischer, der eines Tages bei stürmischer See einen verwunschenen Butt angelt. Der Butt bittet um sein Leben und gestattet dem Fischer einen Wunsch, wenn er ihn freilassen würde. Das tut der Fischer und wünscht sich, da er in einem Pott wohnt, eine Hütte, die er auch kaum, dass er zu Hause ist, vorfindet. Aufgeregt wundert sich seine Frau Ilsebill, wie dass denn sein könne, und er erzählt seine Geschichte. Diese hat er noch nicht ganz beendet, da schimpft dieses Weib auch schon los, wie er denn so blöd sein könnte, sich nur eine Hütte zu wünschen. Er solle sich sofort auf den Weg machen und sich einen Palast wünschen. 
(Nun sitze ich hier und muss mich selber an das Märchen erinnern.) 
Der Fischer, der seiner Frau nicht gewachsen ist (wie im wahren Leben, ich sag´s ja immer :o)  ) geht schwerklopfenden Herzens wieder an die Stelle am See, an der er den Butt gefangen hat und ruft: 
"Timpe, timpe in der See, meine Frau die Ilsebill, die will nicht so wie ich gern will!" (oder so ähnlich) 
Daraufhin taucht der Butt auf und fragt, "was will sie denn?" Der Fischer bringt sein Anliegen vor, und der Butt sagt: "Gehe nach Hause dein Wunsch wird dir erfüllt." Der Fischer macht sich froh auf den Weg und sieht von weitem schon einen Riesenpalast (an dieser Stelle führe ich jetzt nicht weiter aus, denn dann werde ich morgen noch nicht fertig, mit Dienstboten und und und). 
Der Fischer ist nun glücklich, aber nicht sein herrisches Weib, die immer mehr verlangt. So muss der arme Mann den Butt bitten, dass er ein Schloss bekommt, danach will sie Königin werden, dann Kaiserin und zum guten Schluss will sie sein wie Gott. Der Butt erfüllt alle Wünsche bis auf den letzten, denn als der Fischer nach Hause kommt, ist der ganze Reichtum weg und seine Frau steht wieder zeternd im alten Pott.
Das zum Märchen, ich wollte gar nicht so weit ausholen, aber ihr seht, es ließ sich nicht vermeiden.
Mein Sohn war nach diesem Märchen vollends entrüstet, und da ich eine gute Mutter bin *eigenlobstinktdochnicht* fragte ich meinen Sohn, was wir denn aus diesem Märchen lernen könnten? Er solle mir mal sagen, wer das jetzt schuld sei, dass der Fischer wieder in seinem Pott wohnen müsste.
Wütend sagte er daraufhin: "der blöde Butt ist schuld." Ich glaubte es ja nicht, und fragte nach: "wieso denn der Butt?"
Lutz: "Der blöde Butt hat sich doch verhört statt Gott hat der doch Pott verstanden."
Ich gebe es zu, auf diese Möglichkeit war ich noch gar nicht gekommen, und ihr seht wie wichtig es ist, Märchen mit euren Kinder zu besprechen, denn sonst ziehen sie glatt die falsche Lehre.