Thema : Awards

Ich bin schon froh, dass ich durch das reale Leben weiß, was das ist. Diese Auszeichnung ist nur mit ungeheurem Aufwand und viel Anstrengung zu erreichen. Große Firmen versuchen zum Beispiel mit Qualitätsoffensiven einen Preis als kundenfreundlichstes Unternehmen zu bekommen. Dies hat nichts mit Zertifizierungen nach ISO-Normen zu tun, sondern geht einen Schritt weiter. Der Anwärter muss mindestens 3 Jahre lang alle Fortschritte dokumentieren und jedes Jahr einen Bericht erstellen und und und .....
Also wie jeder sieht, ist das etwas ganz Besonderes. Wichtig zu wissen ist aber auch, dass ein unabhängiges Gremium weltweit diesen Award beurteilt und vergibt.
Nun fragt ihr euch und was hat das mit dem Internet-Award zu tun? Richtig, fast gar nichts.
Ich rege mich seit geraumer Zeit zunehmend auf, wenn ich sehe, wie manch Einer sich bei diesem Thema aufbläht!!! Da gibt es dann Kriterien, wann man sich überhaupt nur melden kann. So einfach öffnest du die Tür zu diesen heiligen Hallen nämlich nicht!
Anmerkung:
Wieso muss man sich denn überhaupt melden, stolpern diese Leute denn nicht bei ihren Webreisen über schöne Seiten?

Diese Kriterien stellen dann höchste Ansprüche an das Layout, die Navigation, den Inhalt (der natürlich nicht abgekupfert sein darf, das versteht sich wohl von selbst) und den roten Faden, der durch die Seite gehen soll. Ach, ich vergaß, unter 20 Seiten soll sich ja kein Wicht melden, denn dann ist man nicht würdig überhaupt beurteilt zu werden. Die Ladezeiten -ich muss es bestimmt nicht erwähnen- haben natürlich auch höchste Priorität, schließlich kann man nicht Stunden vor dem PC zubringen, ohne dass sich was tut. Wirklich wichtig ist dann noch, dass keine zappelnden gifs oder jpgs das Bild verschandeln.
Da ich ein Mensch bin, der gerne etwas lernen möchte, gucke ich mir dann gerne die Seiten der Elitepreisträger mal an. Was empfängt mich dann als erstes? - Werbebanner - zwar verspricht er mir, sich nur einmal am Tag zu öffnen, aber ich hatte auch nicht vor mehrmals vorbei zu kommen. 

Was lerne ich also?

Ich muss mit irgendwelchen Anbietern, oder wie bezeichnet man diese Werbeträger sonst, zusammenarbeiten damit aus mir mal was Großes wird. 
Weiterhin erfahre ich den Luxus -aufmerksam gemacht durch Embleme- mich bei einem Clubmitglied aufhalten zu dürfen. Ich kenne die ganzen Clubs zwar nicht, aber es wird wohl was Besonderes sein?

Ehrfürchtig und staunend begucke ich mir dann diese Homepage. Eigentlich ist der Name "Homepage" was sich so nach Heim und für den Hausgebrauch anhört, nicht mehr passend, denn das sind Profiseiten, die anderen Ansprüchen genügen und mich so klein werden lassen, dass mir der Mut sinkt. Meine stolz geschwellte Brust, ob der Überwindung der Schwierigkeiten beim Erstellen einer Homepage, fällt wie eine Luftblase zusammen und versucht sich hinter den Rippenbögen zu verstecken. So etwas werde ich nie zuwege bringen. 

Aber stopp!

Was sind das für Leute, die so etwas schaffen? Webdesigner? Webchoreografen? (gibt es so etwas schon?) Webkünstler und so weiter und so weiter.

Damit man mich richtig versteht, ich finde diese Leistung mehr als bemerkenswert, aber in meinem Job war ich auch immer gut :o). Der Wettkampf, der durch solche "Awards" angeheizt wird, ist eher ungleich. Wie viel größer ist die Leistung bei jemandem einzuschätzen, der sich alles selbst beigebracht hat, oder beruflich nicht damit befasst ist und dann solch eine "Profiseite" ins Netz stellt. Hier werden -wie mein Mathelehrer zu sagen pflegte- Äpfel mit Birnen verglichen.  

Haltet durch ihr Awardverteiler, Beurteiler und Gremiumsmitglieder, auch wenn sich euch die Haare sträuben und die Fingernägel kräuseln, ich komme gleich zum Schluss.

Bei meinen Webreisen habe ich solch professionelle Seiten gesehen von Menschen, die sich wirklich bescheiden und nicht dick auftragend repräsentierten. Dies soll auch auf keinen Fall Kritik an diesen wunderschönen Homepages oder deren Machern sein. (Ich bin froh, dass es euch gibt, wie könnte ich sonst Anregungen bekommen)

Ich möchte nur den oben Angesprochenen mit auf den Weg geben: Überlegt, wie ihr Menschen verletzt mit Sätzen wie: "Nur Preisträger werden benachrichtigt"

Versucht euch keinen neutralen Anstrich zu geben mit einem Gremium, das objektiv bewertet, denn das liegt immer im Auge des Betrachters.

Gebt zu, dass ihr nur einen Bruchteil an Webseiten kennt und auch nur die beurteilen könnt.
Seid nicht traurig und beklagt euch nicht, "wenn elitäre Webmaster ihre Awards nur an die vergeben, die noch nie einen bekommen haben und sich auch nirgendwo anders beworben haben", aber glaubt mir, diese Menschen werden sich noch echt freuen!

Zum Schluss, was werde ich mit all dem anfangen?

Ich werde einen Button, oder wie auch immer man solch ein Linkei nennt, entwerfen (und wenn es nur ein Smiley wird) und auf den Seiten lassen, die nur mich ansprechen und für einige Zeit gefesselt haben.

Ich werde mich niemals -egal ob die göttliche Erleuchtung über mich kommt und ich bis zu Profifertigkeiten kommen sollte, um einen Award bewerben.
Versprochen!

Ich werde all denen, die genau wie ich ein kleines Licht sind, in ihren Gästebüchern Mut machen und meine Anerkennung ausdrücken.

Ich weiß, alles kein Vergleich mit einem Award, aber ist er wirklich so wichtig?

*Anmerkung, nein ist er nicht. Heute 13.01.2007 würde ich das alles gar nicht mehr schreiben, weil das ganze Thema völlig unwichtig ist. Wichtig ist, was man mit seiner Seite beabsichtigt und dass sie vielleicht ein paar anderen Menschen Freude macht. Awards könnte ich am laufenden Band jetzt erstellen, denn dafür reichen meine grafischen Fähigkeiten längst aus.

Jeder, der eine Seite ins Netz stellt, ist stolz auf das, was er geschafft hat. Dem Einen gefällt es mehr, dem anderen weniger. Es ist nicht wirklich wichtig, den Geschmack oder das Interesse eines Jeden zu treffen, es ist eher unmöglich.