Fahrt zum Flughafen oder "Marion on Tour"

Ich hasse solche Fahrten. Bis jetzt waren meine Erfahrungen auch nicht die besten, wenn ich da noch an die Fahrt mit Brigitte denke.

Mein Sohn kam aus der Schweiz nach Hause und wollte abgeholt werden. Alle Überredungskünste meinerseits, doch den Zug im Flughafen zu nehmen, die Übermittlung der Gleis- und Abfahrtsdaten nutzten nichts. Er bettelte und überzeugte mich mal wieder mit seinem Charme, dass es doch viel schneller ginge, wenn ich ihn abholen würde.

Ich beruhigte mich und sagte mir, was soll's das schaffst du schon. Es ist ja nicht so, dass mich die Fahrt als solche ängstigen würde, nein ich wußte, das Drama fängt wieder am Flughafen an.

Da ich mich zuletzt mal wieder an einer Ausfahrt verfahren hatte, trotz Navi ! (fuhr ich dort im Kreis und schön wieder zurück) klärte ich diese Schwierigkeit schon mal im Vorfeld ab, wo ich dort langfahren musste. Ich wälzte das Handbuch des Navis um als Sonderziel den Flughafen einzugeben. Alle Vorbereitungen waren getroffen und ich konnte losfahren.

Der Verkehr war harmlos und ich guckte mir die Gegend an, weil mein Sachse (Stimme des Navis) mit mir sprach. Die berüchtigte Ausfahrt zur A44 kam und siehe da, die falsche Richtung war gesperrt. Na prima, da konnte jetzt nichts mehr schief gehen.

Das Headset auf dem Ohr näherte ich mich dem Flughafen. Da kommt eine SMS, er war gelandet, der Zeitplan passte. Nun vorsichtig durch den Tunnel und die Abfahrt zum Flughafen nehmen, geschafft. Das Navi beendet seinen Dienst und sagt mir: "Ziel erreicht". Das ist für mich ok, denn ich bin ja auch da. Die Straße gabelt sich für Abflug und Ankunft, das stellt keine Schwierigkeit dar, ich fahre an der Ankunft vorbei. Aber was jetzt?

Stehenbleiben geht nicht, die Parkplätze rechts sind alle geschlossen, weil alle Plätze besetzt sind. Die Straße ist vielleicht 300m lang, links geht es in ein Parkhaus und geradeaus in alle Richtungen. Na gut, dann nehmen wir das und fahren noch eine Runde.

Doch was sehe ich da mit Schrecken???? Ich bin wieder auf der Autobahn in Richtung Heimat unterwegs. Mir bricht der Schweiß aus, wußte ich es doch, dass nie was glatt gehen kann. Schnell Navi einschalten bitte zum Flughafen......

Ich werde zur nächsten Ausfahrt gelotst, drehe wieder eine Runde und befinde mich wieder am Tunnel. Das Ganze von vorne, ich nehme mir vor, jetzt gleich in das Parkhaus links.
Lutz steht nirgendwo, dass ich ihn aufgabeln könnte, also ab ins Parkhaus, beim Vorbeifahren sehe ich, pro halbe Stunde 2.50€, na ist ja wirklich zivil (:-

Ich fahre 3 Etagen hoch, nehme eine verbotene Einfahrt (war wohl eher als Ausfahrt gedacht) es ist hier alles so verdammt eng, finde endlich einen Parkplatz, schon geht mein Handy. Mein Sohn fragt, wo ich bin? Ich sage: "ich bin da und fertig mit der Welt"
"Und wo?" fragt er, ich sage ihm, dass ich im Parkhaus stehe, "in welchem", ja wenn ich das jetzt wüßte, sage ihm, dass ich direkt vor dem Flughafen stehe. "Ja, aber wo Mama? Du musst doch wissen, wo du bist?" Ja das sollte man eigentlich, ich war nur noch froh, dass ich angekommen war, rufe ihm "Ein Moment" entgegen und hechte aus dem Auto.

Ich merke mir die Parkplatznummer und auch das Deck, in Erinnerung an stundenlange Wagensuche, weil ich daran mal nicht gedacht habe. Deck 32 D- Platz 195. Das sage ich mir auch noch einmal vor, um es ja nicht zu vergessen. Nun eine Türe finden, wo es hier raus und nach unten geht. Ich sehe die Stahltür und laufe los zum Treppenhaus. 3 Etagen wieder runterlaufen, die linke Türe ist geschlossen, die rechte auch, na gut, dann noch tiefer. Mir fällt ein, ich hätte mein Handy mitnehmen können, statt es im Wagen liegen zu lassen. Egal, ich bin auf dem Vorplatz, laufe zur Straße und entdecke meinen Sohn, der vergebens versucht mich anzurufen. Was ein Glück, dass er nicht auf seine Mutter kommt, sonst wäre der jetzt schon kopflos untwerwegs auf der Suche.
Mißmutig sieht er mich an und fragt, warum ich mein Handy nicht mitgenommen hätte. Ich lasse mich auf keine Diskussionen ein, Entwerte unser Ticket, siehe da, wir müssen nichts bezahlen, weil wir erst so kurz dort sind, dann nichts wie hoch zu unserem Parkdeck.

Das Parkdeck finden wir auch, aber dann den Parkplatz nicht mehr. Mein Sohn sieht mich an, und sagt du bist sicher, dass es 195 war? Ja ich war sicher, aber schon zweifele ich an mir, ob ich die Decknummer richtig behalten habe? Mein Sohn lässt mir sein Gepäck stehen und spurtet los, um mein Auto zu suchen. Komisch nach links geht es nur bis 170 ich sehe mir die Reihe der Autos an und sehe, dass mein gelbgrünes (durch den Blütenstaub, mehr gelb als grün) Auto keine 150m von mir weg steht, aber in die andere Richtung. Nun kann ich aber nicht weg, weil ich ja bei den Taschen bleiben muss. Da biegt Lutz um die Ecke und zeigt triumphierend auf mein Auto, er hatte es gefunden *lach*.

So nun nur noch raus hier, leichter gesagt als getan. Eine Blechlawine bewegt sich cm-weise dem Ausgang zu, erst mal einfädeln dürfen.
Laaangsam, ganz laaaangsam nähern wir uns dem Ausgang.
"Oh, oh", sagt Lutz, "gleich werden wir nachlösen dürfen, weil wir schon länger als eine Viertelstunde im Parkhaus stehen".

Endlich an der Schranke angekommen, überlegt der Automat kurz und siehe da, welch Wunder, öffnet sich die Barriere.

Wir sind auch gleich auf der richtigen Strecke Richtung Heimat. Mein Sohn sagt zu mir:" Verschnaufe mal, war doch gar nicht so schwierig, siehst du?"

Ich glaube, ich sehe das anders, kann mich jemand verstehen??


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